Rezension: Die Stadt der träumenden Bücher- Graphic Novel Teil 1(Anzeige)

Hallo alle zusammen,
schon lange möchte ich hier auf dem Blog auch Bilderbücher und Graphic Novels mit euch besprechen.
Mir wurde „Die Stadt der träumenden Bücher“ als neu aufgelegte Graphic Novel freundlicherweise vom Knaus-Verlag zur Verfügung gestellt und über diese beiden Schätzchen möchte ich heute mit euch sprechen.

“ In tiefen, kalten, hohlen Räumen
Wo schatten sich mit Schatten paaren
Wo alte Bücher Träume träumen
Von Zeiten, als sie Bäume waren
Wo Kohle Diamant gebiert
Man weder Licht noch Gnade kennt
Dort ist’s, wo jener Geist regiert 
Den man den Schattenkönig nennt.“
S.5

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Worum geht es?

„Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er ihm ein geheimnisvolles Manuskript. Dieses ist so makellos, dass Hildegunst nicht anders kann, als dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt ihn nach Buchhaim, der „Stadt der träumenden Bücher“, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können.“
(Quelle: Klappentext)

Meine Meinung:

Vielleicht habt ihr die Bücher wie ich auch bereits vor ein paar Jahren schon gelesen, könnt euch inzwischen aber nur noch vage an den Inhalt erinnern. Oder ihr seid vollkommene Neulinge. So oder so bietet die Welt rund um das Leben von Büchern und Bücherliebhabern einen tollen Einstieg in die Geschichten von Walter Moers.

Da die Graphic Novels viel aufwändiger sind und die Bilder natürlich mehr Platz brauchen, wurde der Roman „Die Stadt der träumenden Bücher“ auf zwei Comics aufgeteilt. Das mag im ersten Moment vielleicht etwas abschrecken, aber meiner Meinung nach lohnt es sich. Zumal es sich durchaus anbietet, da auch der Roman in Teil 1 und 2 untergliedert wurde.

Bereits im ’normalen‘ Roman wurde viel mit Sprache und kleinen Illustrationen gespielt, doch nun bekommt die Geschichte noch einmal auf ganz neue Art und Weise Leben eingehaucht.

Im ersten Teil gehen wir mit Hildegunst von Mythenmetz nach Buchhaim und entdecken gemeinsam die Stadt und die merkwürdigen Wesen, die diese Welt zu bieten haben.
Am Anfang fiel es mir etwas schwer, den Geschehnissen zu folgen, auch wenn ich die Geschichte ja eigentlich schon kannte. Doch durch die vielen bunten Farben, Bilder und auch typografischen Mittel, war ich am Anfang  einfach ein wenig überfordert- für mich eine kleine Reizüberflutung. Doch nachdem ich mir ganz in Ruhe jedes einzelne Bild angeschaut und mir ausreichend Zeit für die einzelnen Szenen genommen habe, konnte ich der Geschichte immer leichter folgen.

Insgesamt wurden einige Szenen bzw. Bilder aus dem ursprünglichen Roman übernommen und einfach in den Stil der Graphic Novel integriert. So hatte die Graphic Novel durchaus vertraute Figuren und ist auch für einen wiederkehrenden Leser ein großer Spaß. Außerdem gab es viel zu entdecken, da zusätzlich bekannte Szenen neu interpretiert wurden.

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Es gibt im Buch beispielsweise eine Stelle, bei der immer wieder ein und der selbe Satz wiederholt wird. Eine ganze Doppelseite ist mit diesem Satz überzogen worden und somit erschrickt man sich mit dem Protagonisten zusammen über die Situation (Ich möchte euch diese Stelle ungern spoilern!).
In der Graphic Novel wird dieser Moment wiederum aus Sicht eines Dritten gezeigt und wir sehen, wie der Protagonist die Seite aufschlägt, doch wir lesen diesmal nicht selbst. Stattdessen wird hier viel mit Graphischen Mitteln gespielt und der Moment so ausgedehnt, dass er für uns Leser die Situation und die Gefühle des Protagonisten besser wiederspiegelt. Im Roman konnten wir diese nur erfühlen und selbst interpretieren, in der Graphic Novel werden die Gefühle verbildlicht. Eine wirklich tolle Szene, die sich über mehrere Seiten erstreckt.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war das Glossar am Ende des Buches. Dort hat man noch einmal einen guten Überblick über verschiedene Personen, Berufe und Orte erhalten. Im ersten Moment können die vielen Infos ein wenig einschüchternd wirken und so kann man in aller Ruhe nachschlagen und sich ohne schlechtes Gewissen informieren.

Außerdem endet das Buch mit einer tollen Doppelseite, die sich ausklappen lässt. Solche Spielereien finde ich einfach toll und richtig genutzt haben sie eine tolle Wirkung! So auch in dieser Graphic Novel, wodurch uns ein tolles Panorama gezeigt wurde, dass die Vorfreude auf Teil 2 weckt.

Ich war sehr gespannt auf die Umsetzung und wie sich der Comic-Stil, der manchmal doch recht eigen sein kann, mit dem ursprünglichen Stil aus Moers Roman und der Geschichte vertragen würden- und ich bin total begeistert!
Ich finde die Figuren und Buchhain bekommen noch einmal frischen Wind eingehaucht und alles ist stimmig und an den Roman angepasst worden.
Daher gebe ich Teil 1 fünf Sterne und kann es euch nur ans Herz legen!

Habt ihr die Graphic Novel oder den Roman selbst bereits gelesen? Was haltet ihr von Walter Moers‘ ungewöhnlichen Geschichten?

Blanko

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3 Gedanken zu „Rezension: Die Stadt der träumenden Bücher- Graphic Novel Teil 1(Anzeige)

  1. Ich liebe die Geschichten von Walter Moers – ich bin immer wieder fasziniert davon, dass ein einzelner Mensch so viel Fantasie besitzen kann. „Die Stadt der träumenden Bücher“ als Graphic Novel habe ich jetzt schon in verschiedenen Rezensionen bestaunen dürfen, aber selber gekauft habe ich es noch nicht. Ich warte einfach noch ein bisschen und bewundere die kleinen Ausschnitte, die sich mir in solchen Beiträgen bieten – danke dafür! 🙂
    Liebste Grüße,
    Ida

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Ida 🙂
      Ich bin auch immer wieder erstaunt über die Welten und Figuren die Moers erschafft. Das würde mir im Leben nie einfallen..
      Die Graphic Novels sind ja leider auch etwas teurer als ein normaler Roman, allerdings sind sie ja auch sehr aufwändig in der Gestaltung..
      Zu Teil 2 kommt auch noch eine kleine Rezension, ich hoffe, ich kann damit noch ein paar weitere Einblicke geben ❤
      Liebste Grüße,
      Nora

      Gefällt 1 Person

      • Auf den Beitrag dazu freu ich mich schon jetzt 🙂 Ich kann die Preise auch wirklich nachvollziehen, deshalb warte ich bei solchen Schmuckstücken immer auf Geburtstage und winke die Monate davor immer heftig mit dem Zaunpfahl.. 😀

        Gefällt 1 Person

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