Rezension: Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor – Martin Baltscheit #5 Rezi-Woche

Hallo ihr Lieben ♥

Zum Abschluss möchte ich euch ein Bilderbuch vorstellen, das für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet ist. Wie ihr vielleicht wisst, studiere ich Grundschullehramt und beschäftige mich daher immer wieder mit Bilderbüchern.
Schon lange sind sie nicht mehr nur einfach nette Bücher mit bunten Bildern! Viele Bilderbücher lassen sich nur über mehrere Ebenen verstehen und haben daher Erwachsene als Zielgruppe vor Augen.
Doch darum soll es heute nicht gehen. Wenn ihr Interesse daran habt, kann ich aber gerne mal einen gesonderten Post über Bilderbücher machen 🙂

Titel: Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor
Autor: Martin Baltscheit
Seitenzahl: 40 Seiten
Verlag: Beltz
Kosten: 13,95 €

„Es war einmal ein Fuchs, der wusste alles, was ein Fuchs so wissen muss.
Wer alles weiß, kann lange leben, dachte der Fuchs, und lebte ein langes Leben voller Abenteuer.
Dann aber fing er an zu vergessen, dass er ein Fuchs war.“ (Klappentext auf dem Buch)

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Wie ihr vermutlich bereits schlussfolgern konntet, geht es in diesem Bilderbuch um einen Fuchs, der an Demenz erkrankt. Das Buch begleitet den Fuchs, wie er von einem jungen Tier mit voll wilder Energie zu einem alten, kranken Fuchs wird, der sich immer mehr vergisst. Bis er am Ende sogar vergisst, was es heißt zu jagen und er mitten während einer Jagd einfach stehen bleibt, vergisst was Hühner sind, vergisst was er selbst eigentlich ist.

Unterstützt wird dieser ‚Verfall‘ durch die Typografie im Buch. Wichtige Wörter werden zum Beispiel groß geschrieben oder die Wochentage stehen kreuz und quer über der Seite verteilt geschrieben. Mal ist die Schrift recht klein, bei Gefahr ist sie dann plötzlich wieder sehr groß und bedeckt die komplette Seite. Dadurch lebt die Erzählung und verdeutlicht einmal mehr, wie es im Inneren des Fuchses aussieht.

Gestalterisch beschränkt sich das Buch auf wenige Farben, die den Eindruck machen, sie wären schon länger im Buch und verlören nun an Intensivität. Auch dies verstärkt den Eindruck des Verfalls bzw. von Altem.

Mich hat das Buch persönlich sehr berührt, da ich bereits miterlebt habe, wie Menschen ihr Gedächtnis und damit auch ihre Identität verloren haben. Mit jeder Seite wurde ich trauriger und habe diese Ohnmacht gefühlt, die man immer verspürt, wenn etwas Ungerechtes geschieht, man aber unfähig ist, dagegen anzugehen. Doch dann kam der letzte Satz und hat mich als Leser wieder aufgefangen und mich hoffnungsvoll aus der Geschichte gehen lassen.

Meine Bewertung:

Bewertung 4 von 5

Für Kinder ist dieses Buch meines Erachtens nach auch geeignet, um ihnen die Krankheit verständlicher zu machen. Allerdings würde ich euch raten, nicht einfach nur das Buch mit ihnen zu lesen und es dabei zu belassen. Es ist wichtig mit den Kindern danach darüber zu sprechen, Fragen zu beantworten, ihnen aber auch Hoffnung zu geben und ihnen zu helfen, eine solche Thematik zu verarbeiten.

Ich hoffe, ich konnte euer Interesse an diesem tollen Buch wecken und falls ihr noch irgendwelche Fragen oder Anregungen habt, könnt ihr mir gerne schreiben ♥ 

 

 

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