Rezension: Die wahre Geschichte von Regen und Sturm von Ann M. Martin #4 Reziwoche

Hallo ihr Lieben ♥

Heute möchte ich euch erneut eine besondere Geschichte vorstellen, die mich doch sehr zum Nachdenken gebracht hat. Die junge Protagonistin hat sich schnell in mein Herz geschlossen und ich habe ein ums andere mal mit ihr gelitten…

Titel: Die wahre Geschichte von Regen und Sturm
Autor:  Ann M. Martin
Seitenzahl: 240 Seiten
Verlag: Königskinder
Kosten: 14,99 €

„Die wahre Geschichte von Regen und Sturm“ handelt von Ruth (ruht), die Homophone liebt und ihrem Hund Regen (regen).
Ruth lebt bei ihrem alleinerziehenden Vater, der die meiste Zeit in einem irischen Pub verbringt. Er hat große Probleme damit, dass seine Tochter nicht einfach ein ’normales‘ Kind sein kann und ist mit der Erziehung überfordert. Ruth hat in ihrem Onkel einen zweiten Vater gefunden, doch ihr richtige Vater findet das alles andere als gut.
Sie hat einst einen Hund geschenkt bekommen, der jedoch in einer stürmischen Nacht verschwindet und die kleine Ruth macht sich auf die verzweifelte Suche nach Regen…

dsc_0123b1

Ruth erzählt uns die Geschichte auf ihre ganz eigene Art und man bekommt so einen Einblick, in die Denkweise von Menschen mit hochfunktionalem Autismus (so im Buch genannt).
Sie liebt Homophone und schreibt sie sich auf eine Liste, die natürlich alphabetisch geordnet ist. Da dies dem Leser so gezeigt wird, dass (das) die Homophone immer direkt hinter den Wort in Klammern stehen, braucht man eine Weile, bis man in den Lesefluss kommt.
An sich ist der Schreibstil sehr leicht zu lesen, es braucht nur ein bisschen, bis man bei den Homophonen nicht mehr ins Stolpern gerät. Außerdem fängt man irgendwann ganz automatisch an, selbst über weitere Varianten nachzudenken 😉 Ich finde diesen Schreibstil jedoch einfach super, um Ruth besser verstehen zu können. Es gibt dem Leser einen Einblick in die Denkweise des Mädchens und macht diese komplexe Art etwas zugänglicher.

„Interessant bei diesen Paaren ist, dass es einen Unterschied zwischen Einzahl und Mehrzahl gibt . Bei hält/Held geht es gar nicht, denn die Mehrzahl ist >>halten<< und >>Helden<<, und das sind absolut eine Homophone, bei Boot/bot geht es, Booten/boten ist noch immer ein Homophon, aber bote/Boote wäre keins. Dafür geht dann Boote/Bote. Das ist interessant, weil man sich so noch mehr mit Homophonen beschäftigen kann, aber es ist auch langweilig, weil es dadurch leichter wird, neue Paare zu finden.“ (S.66)

Außerdem hat sie eine große Vorliebe für Regeln (regeln) und Zahlen (zahlen) – vor allem Primzahlen, die sie bei Aufregung laut aufsagt. Alles keine Eigenschaften, die sie bei ihren Klassenkameraden sonderlich beliebt machen würden.
Eigentlich sollte Ruth auch auf eine spezielle Schule gehen, doch ihr Vater weigert sich und verdrängt das Problem.
Sie hat daher eine persönliche Lehrerin, die sie immer wieder an das richtige Verhalten erinnert (z.B.: nicht loszuschreien, wenn jemand eine Regel missachtet oder nicht richtig ausführt) und sie versucht beim Mittagessen zu integrieren. Ich muss jedoch sagen, dass ich diese Frau nicht sonderlich sympathisch fand, da sie ebenso viel Ungeduld zu haben schien, wie die meisten anderen Menschen auch. Doch Ruth in ihrer Art, merkt solche sozialen Abneigungen natürlich nicht.
An einem Tag folgt ihr Regen in die Schule und zum ersten mal haben Ruth und ihre Mitschüler ein gemeinsames Interesse.
Doch bald darauf, als ein schwerer Sturm die Stadt heimsucht und alles vernichtet, lässt ihr Vater die Hündin vor die Tür und in ihrer Panik verschwindet sie. Das merkt der Vater jedoch erstmal nicht und so findet Ruth das erst am nächsten Morgen heraus. Generell ist ihr Vater chronisch überfordert mit Ruth, weigert sich jedoch dies einzusehen bzw. Verantwortung abzugeben.
Einzig sein Bruder darf Ruth beispielsweise zur Schule fahren und sich in gewissem Maße um sie kümmern. Man merkt sofort den Unterschied zwischen den beiden Männern und wie wichtig ein geduldiger Umgang mit Menschen, die Autismus oder auch sonstige Besonderheiten aufweisen, ist. Mir tat nicht nur Ruth Leid, sondern auch ihr Vater. Er scheint wirklich sehr mit der Situation zu kämpfen und sich zu bemühen, doch durch seinen Starrsinn steht er sich selbst und somit auch Ruth im Weg…

Ruth macht sich schon bald auf die Suche nach Regen. Das ist für sie natürlich alles andere als leicht und die Geschichte endet auch nicht einfach damit, ob sie den Hund findet oder nicht.
Aufgrund ihrer Liebe zu Regeln, muss sie am Ende noch eine weitere Aufgabe erledigen und sich einer großen und schwierigen Aufgabe stellen…
Insgesamt sollte man sich für die Geschichte einen Moment Zeit nehmen und sie in Ruhe lesen. Mich hat sie viel zum Nachdenken angeregt und wirklich gut gefallen. Man muss sich jedoch auf diese Art von Schreibstil einlassen können und sich erst einmal daran gewöhnen. Die Geschichte ist auch eher ruhig und kann auch ohne einen großen Knall gut für sich stehen.

Meine Bewertung:

Bewertung 3 von 5

Kennt ihr bereits Bücher aus dem Königskinderverlag? Ich freue mich auf eure Empfehlungen ♥

Advertisements

2 Gedanken zu “Rezension: Die wahre Geschichte von Regen und Sturm von Ann M. Martin #4 Reziwoche

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s