Rezension: Das Leben der Elfen von Muriel Barbery #2 Rezi-Woche

Hallo liebe Bücherfreunde,
heute möchte ich euch ein eher ungewöhnliches Buch vorstellen, das vermutlich nicht so viele von Euch kennen: „Das Leben der Elfen“ von Muriel Barbery.

Titel: Das Leben der Elfen
Autor: Muriel Barbery
Seitenzahl: 304 Seiten
V
erlag: DTV
Kosten: 22,90 €

Ich bin durch eine Leserunde von Lovelybooks auf das Buch gestoßen. Ich war mir dabei nicht ganz sicher, was mich erwarten würde, aber lest selbst..:

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In „Das Leben der Elfen“ von Muriel Barbery geht es vordergründlich um die beiden Waisen Clara und Maria. Maria lebt in Frankreich in einem kleinen Dorf. Sie scheint auf außergewöhnliche Weise die Natur positiv zu beeinflussen, doch zugeben will es zunächst keiner der doch sehr gläubigen Anwohner. Doch vor allem die älteren Frauen aus dem Dorf kümmern sich um das besondere Mädchen.

Clara hingegen wohnt in Italien, doch schon bald kommt ein Verwandter ihres Ziehvaters und bringt ein Klavier mit. Clara setzt sich das erste mal an das Instrument und spielt direkt ein Stück vom Blatt ab. Ihr Talent bleibt natürlich nicht unbemerkt und bald darauf wird sie von einem Maestro nach Rom eingeladen.

Wie und ob sich Clara und Maria begegnen werden und wer genau denn nun die Elfen sind, müsst ihr natürlich selbst lesen.

Eines noch kurz vorweg: Das Cover mit Waldschein und Hase erklärt sich relativ schnell, doch den Titel finde ich nicht ganz zutreffend, da man eher weniger über das Leben der Elfen erfährt und alles noch immer etwas unklar für mich ist.

Was mir beim Lesen schnell aufgefallen ist: die Autorin hat einen sehr schönen, zarten und detaillierten Schreibstil. Sie schafft es sehr gut, Landschaften, Gefühle oder Gedanken zu beschreiben und sie schön zu verpacken.

Zwei Beispiele, die mir besonders gut gefallen haben :

  • „Wisst ihr, was ein Traum ist ? Er ist keine von unserer Sehnsucht hervorgebrachte Schimäre, sondern ein anderer Weg, über den wir die Substanz der Welt in uns aufnehmen und zu einer Wahrheit gelangen, wie sie der Nebel offenbart, indem er das Sichtbare verbirgt und das Unsichtbare enthüllt.“ ( auf Seite 127 zu finden)
  • „Ohne Erde ist die Seele leer, ohne Erzählungen ist die Erde stumm. Du musst erzählen,während du spielst .“ ( auf Seite 104 zu finden)

Allerdings sollte man sich für dieses Buch auch bewusst Zeit nehmen und es nicht nebenbei im Zug o.ä. lesen, um all die schönen Umschreibungen auch wirklich wahrzunehmen.

Ein Problem, dass sich für mich beim Lesen jedoch herausgestellt hat, ist dadurch gegeben dass durch eben jene Beschreibungen und Formulierungen die Spannung etwas auf der Strecke blieb. Ich hatte oft das Gefühl auf der Stelle zu treten und nicht voran zu kommen. Daher ist die Geschichte leider an manchen Stellen recht zäh voran gegangen, obwohl man schon viele Seiten gelesen hatte. Auch musste ich die ein oder andere Stelle mehrmals lesen, um sie wirklich zu verstehen. Das kann durchaus ein sehr schönes Leseerlebnis darstellen, doch für mich als „Schnellleser“ waren es eher störende Unterbrechungen. Jedoch bin ich auch nicht an solche ruhigen Bücher gewöhnt und habe noch keinerlei Übung im Umgang mit ihnen.

Aufgelockert wurde das Ganze wieder durch den ironischen Ton, der immer mal wieder erklingt. Ich habe ein ums andere mal schmunzeln müssen, besonders an der Stelle, an der Angèle völlig durch den Wind Maria hinterher läuft und nicht ganz fassen kann, was gerade passiert (Ich möchte jetzt an dieser Stelle nichts Inhaltliches vorwegnehmen).

Angèle lässt mich direkt noch auf einen anderen Punkt kommen : Personen und Namen.
Ich habe leider während der gesamten Lektüre große Schwierigkeiten damit, mir Namen und Personen zu merken und den Überblick zu behalten. Ich hatte das Gefühl ständig neue Menschen kennenzulernen und bedingt durch den Wechsel der Sicht von Clara auf Maria und zurück, konnte ich mir leider nur sehr wenige Personen behalten. Im Anhang befindet sich zwar ein Personenregister, doch selbst dort sind nicht alle aufgeführt und beispielsweise Angèle findet sich dort nicht.

Auch bin ich ein wenig von der Namenswahl irritiert, da für mich „Maria“ eher ein italienischer Name ist und „Clara“ eher zum Französischen passt. Im Buch ist die Wahl jedoch genau umgekehrt getroffen worden. Doch das nur als kleine Randnotiz.

Gut gefallen haben mir auch die Elfen, auch wenn so einige Fragen zu ihnen offen geblieben sind. Die Elfen, die wir im Laufe der Handlung kennenlernen, hätte ich so nicht erwartet. Ihr Erscheinen und ihre Art ist für mich nicht, wie ich mir Elfen normalerweise vorgestellt habe und das war ein sehr interessanter Aspekt.
Allerdings ist für mich besonders auf das Leben der Elfen bezogen, Einiges im Unklaren geblieben. Irgendwie habe ich hier nur eine schwammige Vorstellung bekommen und noch kein richtiges Bild von ihnen.

Aber nicht nur darauf bezogen sind Fragen offen geblieben. Die Handlung ging immer wieder sehr zäh voran und als es endlich richtig spannend wurde und viel auf einmal passiert ist, war das Buch irgendwie schon zu Ende ( Insgesamt hat es knapp 300 Seiten) .

Zurück bleibt eine Menge Raum für Fantasie und eigene Interpretationen. Doch für mich hat es sich leider so angefühlt, als würde die Handlung jetzt erst richtig losgehen und die ersten ~ 200 Seiten hätten eher als Einleitung fungiert.

Meine Bewertung:

Bewertung 3 von 5

Insgesamt ist dieses Buch sehr ruhig, doch erzeugt es wirklich schöne und imposante Bilder und die Autorin weiß mit Worten umzugehen. Ich würde empfehlen, sich in Ruhe damit auseinanderzusetzen, wenn man Lust auf viele Eindrücke von Natur und Leben hat. Für mich war es jedoch etwas zu ruhig und ich hätte mir ein längeres Ende mit mehr Aufklärung gewünscht.

Kennt ihr Autorin oder Buch? Vielen ist die Autorin ja durch ihre vorherigen Bücher bekannt, doch für mich war es das erste Buch von ihr.

(Diese Rezension findet ihr übrigens auch auf meinem Lovelybooks-Profil.)

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2 Gedanken zu “Rezension: Das Leben der Elfen von Muriel Barbery #2 Rezi-Woche

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